Schlagwort-Archiv: Philosophie

EPIKUR: PHILOSOPHIE ALS THERAPIE

Epikur im Februar

Promenade„Leer ist die Rede jedes Philosophen, durch die keine menschliche Leidenschaft geheilt wird. Wie nämlich Medizin nichts nützt, wenn sie nicht die Krankheiten aus dem Körper vertreibt, so nützt die Philosophie nichts, wenn sie nicht die Leidenschaft aus der Seele vertreibt.“

Diese Aussage Epikurs könnte man fast als Wahlspruch der gesamten antiken Philosophie ausgeben.

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WIE VIEL VERSTEHEN IST MÖGLICH?

SP_Web-Blog_20151228_duplexWas verbirgt sich hinter Street Philosophy?

Aristoteles sagte vor fast 2.500 Jahren:
„Staunen veranlasste zuerst - wie noch heute - die Menschen zum Philosophieren.

Vielleicht muss man erstmal erklären was die Philosophie eigentlich ist, was sie kann und was sie unterscheidet von den Disziplinen die uns generell vielleicht etwas geläufiger sein mögen:
Philos, aus dem griechischen, der Freund; und Sophia, die Weisheit. Philosophie also die Liebe zur Weisheit… Sie folgt keiner vorgegebenen Methodologie, sondern basiert auf einer besonderen Art der Fragestellung und das was uns begeistert, und warum wir die Philosophie „auf die Straße“ bringen wollen ist, dass die Philosophie frei ist von Dogmen, von Absolutheit, von vorgefertigten Antworten. Es gibt kein „richtig“ und kein „falsch“.

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FEBRUAR-PHILOSKOP: SCHOPENHAUER

Arthur Schopenhauer

ViewArthur Schopenhauer wurde am 22. Februar 1788 in Danzig geboren. Der Nachwelt ist er vor allem mit seinen Aphorismen zur Lebensweisheit bekannt geworden.

Sein Werk umfasst jedoch sehr viel mehr Schriften als nur die Aphorismen, in denen er, in der ihm gleichermaßen brillanten wie ätzenden Art, darüber reflektiert, wie das menschliche Leben gut gelingen kann.

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EPIKUR: LUST

Epikur im Januar


Riesenrad
Lust als Lebensziel
Es gibt vermutlich nicht allzu viele Philosophen, die vorsätzlich so missinterpretiert wurden, wie der griechische Denker Epikur, der 341 auf Samos geboren wurde. Bis heute eilt ihm der Ruf voraus ein wilder Lüstling zu sein, weil er die Lust (griech.: Hedone), zum obersten Prinzip des menschlichen Lebens erhob. Epikur ging dabei von einer sehr einfachen Erfahrung aus. Er sah, dass der Mensch bereits im Säuglingsalter nach dem strebt, was ihm Lust verschafft.

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GEFÜHLE WIE CHAMPAGNER - PHILOSOPHISCH BETRACHTET

champagneSilvester ist längst vorbei, und damit meistens auch die Champagner Laune; dieser Augenblick des Prickelns um Mitternacht herum, im Glas, wie auch im Bauch. Wie wird wohl das Jahr werden? Ein gutes, wenn auch diffuses Gefühl.

Wir sollten das gute Gefühl unbedingt ins neue Jahr retten. Wir kennen zur Genüge Wut, Angst, Ärger und Schmerz. Wie wäre es aber mit Emotionen wie Freude, Zufriedenheit, Begeisterung, Nähe, Liebe? Wir dürfen uns wohlfühlen, uns freuen. Wir sollten auf unser Bauchgefühl hören, und gelegentlich die Vernunft ausschalten. Im Bauch prickelt es eher. Das müssen wir weder analysieren noch rechtfertigen.

Philosophie und Gefühle sind nicht Kontrahenten, und Emotionen schließen Vernunft nicht aus. Weiterlesen

JANUAR-PHILOSKOP: SCHELLING

Friedrich Wilhelm Joseph Schelling,
27. Januar 1775

Der in Leonberg im damaligen Herzogtum Württemberg geborene deutsche Philosoph zählt zu den bedeutendsten Vertretern des sogenannten Deutschen Idealismus. Kaum ein anderer Denker wurde von seinen Zeitgenossen gleichermaßen geschätzt wie verachtet.

Während die einen in seiner sehr spekulativen, von der Mystik angehauchten Philosophie nichts anderes als ein In-den-Tag-Hineinschwätzen erkannten, so der boshafte Kommentar Arthur Schopenhauers über Schelling, verehrten andere ihn als Genie.

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DEZEMBER-PHILOSKOP: IBN RUSHD

Wir enden unser Philoskop nicht mit einer Geburtstagserinnerung, sondern passend zum Jahresende mit einem Todestag. Am 10. oder 11. Dezember des Jahres 1198 verstarb einer der größten arabischen Philosophen, der wie kaum ein anderer das abendländische Denken im Hochmittelalter beeinflusste.

Averroes wie ihn der lateinisch sprachige Westen nannte, war Arzt, Richter und Philosoph. Durch seine starke Fokussierung auf die Vernunft geriet er mehrmals in seinem Leben mit der islamischen Orthodoxie in Konflikt. Weiterlesen

SOKRATES: EINÜBUNG INS STERBEN

„Philosophie ist Einübung ins Sterben.“

Wer diesen Satz aus dem Phaidon-Dialog liest, wird sich vermutlich erstaunt die Augen reiben.

Ist Philosophie nicht die Kunst des guten Lebens, ist sie nicht die Disziplin, die sich um Wahrheit und Erkenntnis bemüht?

War Sokrates etwa ein lebensmüder Nihilist, der aus Verzweiflung über das Leben, dessen Sinn nur im Tod finden konnte?

Diese Option können wir sicher ausschließen. Weiterlesen

NOVEMBER-PHILOSKOP: ALBERT CAMUS

Albert Camus wuchs in Algerien in ärmlichen Verhältnissen in einer Familie von Algerienfranzosen auf, die dort in der dritten Generation lebte. Sein Vater starb als er erst ein Jahr alt war. Nachdem ein Lehrer auf sein Talent aufmerksam wurde, konnte er aufs Gymnasium gehen. Camus engagierte sich seit Beginn seines Philosophiestudiums an der Universität von Algier politisch. Es kam allerdings bald zum Bruch mit der Kommunistischen Partei, nicht zuletzt deshalb, da ihm jede Form des Totalitarismus zuwider war.

Camus, der sich selbst nicht als Existentialist sah, beschäftigte sich jedoch zeitlebens mit einer der Grundfragen des menschlichen Daseins: der Frage nach dem Sinn.
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SOKRATES: MEHR SEIN ALS SCHEIN

„Und dass ein Mann vor allem anderen danach streben müsse, nicht dass er scheine, gut zu sein, sondern dass er es sei.“

Was Sokrates hier im Blick hat, ist keine geringe Aufgabe für den Menschen. Es geht zunächst um das Thema Heuchelei versus Aufrichtigkeit.

Wer gut erscheint, erscheint vor den anderen als gut. Es gibt Menschen, die es trefflich verstehen, sich vor anderen so zu inszenieren, dass sie in einem guten Licht dastehen. Sie wissen, was die Gesellschaft von ihnen erwarten und erfüllen diese Erwartung auch.

Doch diese Haltung hat für Sokrates wenig bis gar nichts mit dem zu tun, was er mit einem guten Menschen verbindet. Es geht ihm um etwas Authentisches.

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