„Und dass ein Mann vor allem anderen danach streben müsse, nicht dass er scheine, gut zu sein, sondern dass er es sei.“
Was Sokrates hier im Blick hat, ist keine geringe Aufgabe für den Menschen. Es geht zunächst um das Thema Heuchelei versus Aufrichtigkeit.
Wer gut erscheint, erscheint vor den anderen als gut. Es gibt Menschen, die es trefflich verstehen, sich vor anderen so zu inszenieren, dass sie in einem guten Licht dastehen. Sie wissen, was die Gesellschaft von ihnen erwarten und erfüllen diese Erwartung auch.
Doch diese Haltung hat für Sokrates wenig bis gar nichts mit dem zu tun, was er mit einem guten Menschen verbindet. Es geht ihm um etwas Authentisches.