JUNI: JEAN-PAUL SARTRE

Sartre zählte zu den führenden Denkern des Existenzialismus.

In zahlreichen Theaterstücken, Romanen und philosophischen Texten thematisierte er seine Gedanken über den Sinn des menschlichen Daseins.

Sartre trennte zwischen zwei Seinsweisen: der nicht-menschlichen, die er als An-sich-Sein bezeichnete. In dieser Seinsweise, ist alles, was ist, mit sich identisch.

Getrennt davon ist die menschliche Seinsweise, die er als das Für-sich-Sein bezeichnet. Der Mensch ist aufgrund seines Bewusstseins, durch das er von sich weiß, eben nicht mit sich identisch. Das Wissen um sich zerstört die Identität.

Es tritt eine Lücke zwischen das An-sich-Sein und das Für-sich-Sein und diese Lücke bezeichnet Sartre als das Nichts. Diese Lücke verlangt nach Füllung.

Der Mensch, der durch seine Geburt in die Existenz geworfen ist, muss versuchen sein Leben sinnvoll zu gestalten. Diese Gestaltung kann in diesem Leben aber niemals abgeschlossen werden, denn solange der Mensch lebt hat er ein Bewusstsein, das ihn vom An-sich-Sein trennt. Sinn ist somit nichts was man hat, sondern immer wieder neu entwerfen muss.

Nach Sartre muss der Mensch das Wesen/das Sein, das er diesem Leben geben möchte, erst schaffen. Es ist ihm nicht durch seine Geburt gegeben.

Das Dasein in der Welt geht dem Sein voraus.

Mit diesem Gedanken, dass die Existenz dem Wesen voraus geht, wandte sich Sartre gegen Denker wie Heidegger, der ihn in seiner eigenen Genese stark geprägt hatte. Sartre war stets davon überzeugt, dass der Mensch für sein Handeln verantwortlich sei, da er frei ist, auch wenn er sich bewusst war, dass das menschliche Dasein von vielen Faktoren, auf die dieser keinen Einfluss hat, determiniert ist.

Von dieser Verantwortung kann ihn niemand entbinden. Für Sartre bedeutete diese Verantwortung Zeit seines Lebens aktiv am politisch-gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Katharina Ceming, Juni 2015

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Dr. Dr. Katharina Ceming ist außerplanmäßige Professorin an der Universität Augsburg sowie freiberufliche Seminarleiterin und Publizistin. Nach ihrem Studium der katholischen Theologie und Germanistik an der Universität Augsburg und einer Promotion im Fach Philosophie zu Meister Eckhart und Johann Gottlieb Fichte, habilitierte sie 2002 in Fundamentaltheologie mit einer Studie zur mystischen Theologie im Christentum, Hinduismus und Buddhismus. Im Anschluss an eine dreijährige Professorentätigkeit an der Universität Paderborn erwarb sie im Jahr 2009 mit einer Arbeit über das Verhältnis von Menschenrechten und Religionen noch einen theologischen Doktortitel. Mit ihrer Fähigkeit, komplexe Sachverhalte auch interessierten Laien nahezu bringen, gelang es ihr, in ihrer mehr als zehnjährigen Lehrtätigkeit unterschiedliche Personen- und Altersgruppen für philosophische und spirituelle Fragen zu begeistern.

Bei Street Philosophy bloggt Katharina Ceming einmal im Monat über einen Philosophen der in dem entsprechenden Monat Geburtstag hat.

Jean-Paul Sarte: geb. 21. Juni 1905 (gest. 15. April 1980)

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