GEFÜHLE WIE CHAMPAGNER - PHILOSOPHISCH BETRACHTET

champagneSilvester ist längst vorbei, und damit meistens auch die Champagner Laune; dieser Augenblick des Prickelns um Mitternacht herum, im Glas, wie auch im Bauch. Wie wird wohl das Jahr werden? Ein gutes, wenn auch diffuses Gefühl.

Wir sollten das gute Gefühl unbedingt ins neue Jahr retten. Wir kennen zur Genüge Wut, Angst, Ärger und Schmerz. Wie wäre es aber mit Emotionen wie Freude, Zufriedenheit, Begeisterung, Nähe, Liebe? Wir dürfen uns wohlfühlen, uns freuen. Wir sollten auf unser Bauchgefühl hören, und gelegentlich die Vernunft ausschalten. Im Bauch prickelt es eher. Das müssen wir weder analysieren noch rechtfertigen.

Philosophie und Gefühle sind nicht Kontrahenten, und Emotionen schließen Vernunft nicht aus.

Werke, die diese Ansicht in der Philosophie verankern, sprießen aus dem Boden.
„Die Rationalität des Gefühls“ lautet ein Buch von Ronald de Sousa aus 1987. Es ist bis heute maßgebend für die Aussöhnung zwischen Gefühlen und den traditionellen Ansichten der Philosophie zu diesem Thema.
Der Philosoph Wilhelm Schmid bietet Hilfe im Alltag durch kurze Abhandlungen verschiedener Emotionen: „Glück“, „Unglücklich sein“, „Liebe“ – zum Beispiel.

Die Vernunft versagt nur allzu oft, hindert uns mit zahllosen Einwänden Entscheidungen zu treffen. In sich „hineinfühlen“ hilft oft aus der Klemme. Natürlich sind Emotionen nicht unparteiisch und nicht immer fair unterwegs. Sie verführen uns zu hassen oder zu lieben, und sind manches Mal unvernünftig. Dabei ist womöglich die Antwort eine Aneignung der vernünftigen Emotionen und der gefühlsgeleiteten Vernunft?

Ein Blick in das leere Glas nach Mitternacht an Silvester erinnert uns etwas wehmütig an den Inhalt, an das Prickelnde. Wir sollten uns vornehmen unseren Emotionen mehr zu vertrauen, auf unser Herz zu hören aber unseren Kopf dabei nicht immer auszuschalten.

Julia Kalmund, Januar 2016

 

Heute weiß die Philosophie, dass Gefühle nicht der böse Gegenspieler der Vernunft sind.
Sie können selbst auch sehr vernünftig sein.
Von Martin Hartmann
http://www.zeit.de/2012/37/Philosophie-Gefuehle

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