Kategorie-Archiv: Das Philoskop

MÄRZ-PHILOSKOP: HYPATIA

HimmelHypatia
Die neuplatonische Denkerin Hypatia wurde um das Jahr 355 in Alexandria geboren und im März 415 oder März 416 in Alexandria ermordet. Es sei an dieser Stelle gestattet, einmal nicht den Geburtstag, sondern den Todestag zur Inspiration zu nutzen…

Die wichtigsten Zeugnisse, die wir von ihr haben, stammen von ihrem Schüler dem späteren Bischof Synesios von Kyrene. Synesius verehrte seine nicht-christliche Lehrerin, die von einem christlichen Mob brutal ermordet wurde, über alle Maßen. Hypatia war als enge Vertraute des römischen Präfekten Alexandriens in einen Religionskonflikt zwischen Juden, Christen und dem Staat geraten, mit dem sie selbst nichts zu tun hatte, der sie aber ihr Leben kostete. Weiterlesen

FEBRUAR-PHILOSKOP: SCHOPENHAUER

Arthur Schopenhauer

ViewArthur Schopenhauer wurde am 22. Februar 1788 in Danzig geboren. Der Nachwelt ist er vor allem mit seinen Aphorismen zur Lebensweisheit bekannt geworden.

Sein Werk umfasst jedoch sehr viel mehr Schriften als nur die Aphorismen, in denen er, in der ihm gleichermaßen brillanten wie ätzenden Art, darüber reflektiert, wie das menschliche Leben gut gelingen kann.

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JANUAR-PHILOSKOP: SCHELLING

Friedrich Wilhelm Joseph Schelling,
27. Januar 1775

Der in Leonberg im damaligen Herzogtum Württemberg geborene deutsche Philosoph zählt zu den bedeutendsten Vertretern des sogenannten Deutschen Idealismus. Kaum ein anderer Denker wurde von seinen Zeitgenossen gleichermaßen geschätzt wie verachtet.

Während die einen in seiner sehr spekulativen, von der Mystik angehauchten Philosophie nichts anderes als ein In-den-Tag-Hineinschwätzen erkannten, so der boshafte Kommentar Arthur Schopenhauers über Schelling, verehrten andere ihn als Genie.

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DEZEMBER-PHILOSKOP: IBN RUSHD

Wir enden unser Philoskop nicht mit einer Geburtstagserinnerung, sondern passend zum Jahresende mit einem Todestag. Am 10. oder 11. Dezember des Jahres 1198 verstarb einer der größten arabischen Philosophen, der wie kaum ein anderer das abendländische Denken im Hochmittelalter beeinflusste.

Averroes wie ihn der lateinisch sprachige Westen nannte, war Arzt, Richter und Philosoph. Durch seine starke Fokussierung auf die Vernunft geriet er mehrmals in seinem Leben mit der islamischen Orthodoxie in Konflikt. Weiterlesen

NOVEMBER-PHILOSKOP: ALBERT CAMUS

Albert Camus wuchs in Algerien in ärmlichen Verhältnissen in einer Familie von Algerienfranzosen auf, die dort in der dritten Generation lebte. Sein Vater starb als er erst ein Jahr alt war. Nachdem ein Lehrer auf sein Talent aufmerksam wurde, konnte er aufs Gymnasium gehen. Camus engagierte sich seit Beginn seines Philosophiestudiums an der Universität von Algier politisch. Es kam allerdings bald zum Bruch mit der Kommunistischen Partei, nicht zuletzt deshalb, da ihm jede Form des Totalitarismus zuwider war.

Camus, der sich selbst nicht als Existentialist sah, beschäftigte sich jedoch zeitlebens mit einer der Grundfragen des menschlichen Daseins: der Frage nach dem Sinn.
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OKTOBER-PHILOSKOP: HANNAH ARENDT

Die deutsch jüdische Philosophin Hanna Arendt, die 1933 aus Nazi-Deutschland emigrierte und letztlich in den Vereinigten Staaten eine neue Heimat fand, wo sie 1975 starb, zählt bis heute zu den einflussreichsten politischen Denkern des 20. Jahrhunderts.

Arendt die u.a. bei Heidegger und Jaspers studierte hatte und mit Jaspers zeitlebens befreundet war, wandte sich in ihrem eigenen philosophischen Wirken deutlich stärker der politischen Philosophie zu.

Dennoch schätze sie gerade Karl Jaspers Existenzphilosophie, da sich diese mit den Grenzfragen des Daseins beschäftigte. Arendt selbst begann sich schon in ihrer Zeit in Deutschland, aber auch im französischen Exil aktiv mit Politik zu beschäftigen. Weiterlesen

SEPTEMBER-PHILOSKOP: MARTIN HEIDEGGER

Kaum ein anderer deutschsprachiger Philosoph hat die Philosophie des 20. Jh. so maßgeblich geprägt, wie der in Meßkirch geborene Martin Heidegger. Sein Hauptwerk „Sein und Zeit“ zählt zu den Klassikern der Philosophie.

Seine Hauptkritik an der ihm vorausgegangenen abendländischen Philosophie war die, dass seiner Ansicht nach seit den Vorsokratikern mehr oder weniger alle Denker das konkret Seiende mit dem Sein an sich identifizierten. Sie untersuchten immer nur das Seiende, ohne das Sein zu betrachten. Aus diesem Grund sprach Heidegger von der Seinsvergessenheit.

Der Unterschied zwischen Sein und Seiendem ist der, dass das Sein die sinnhafte Totalität alles konkret Seienden ausmacht. Wer das Sein nur als etwas Gegenwärtiges betrachtet, so wie die Dinge im Moment sind, blendet etwas Wesentliches aus, denn Sein ist nur durch seine zeitlichen Bezüge von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft verstehen. Weiterlesen

JUNI: JEAN-PAUL SARTRE

Sartre zählte zu den führenden Denkern des Existenzialismus.

In zahlreichen Theaterstücken, Romanen und philosophischen Texten thematisierte er seine Gedanken über den Sinn des menschlichen Daseins.

Sartre trennte zwischen zwei Seinsweisen: der nicht-menschlichen, die er als An-sich-Sein bezeichnete. In dieser Seinsweise, ist alles, was ist, mit sich identisch. Weiterlesen

MAI: BERTRAND RUSSELL

Bertrand Russell gilt als einer der größten Mathematiker und Logiker des 20. Jahrhunderts.

Er studierte u.a. Mathematik in Cambridge, wo er Alfred North Whitehead kennenlernte, mit dem er Jahre später die „Principia Mathematica“ verfasste, ein Werk, das seinen Ruhm in der Logik und analytischen Philosophie begründete. Russell kann auch als Förderer und Unterstützer Ludwig Wittgensteins gelten, dem er in Oxford begegnete.

Russell beließ es aber nicht dabei, logisch-analytischen Werke zu verfassen, sondern er veröffentlichte mehrere Bücher zur Ethik, Weiterlesen

APRIL: IMMANUEL KANT

Wenn es ein philosophisches Gesicht der Aufklärung gibt, dann ist es Immanuel Kant. Vieles von, dem, was er thematisierte und neu zur Sprache brachte, war zwar bereits in der antiken griechischen Philosophie gedacht worden, nur erstickte diese Tradition unter dem dogmatischen und scholastischen Überbau, den sie seit dem Mittelalter trug.

Kant begann die Philosophie von diesen dogmatischen Verkrustungen zu befreien.

Sein Ausspruch: „Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen!“ kann nicht nur als Leitspruch seines eigenen Philosophierens gesehen werden, sondern auch als zeitlose Aufforderung zum kritischen Denken, das zu allen Zeiten gleich notwendig ist. Weiterlesen