Menschenrechte im Spannungsfeld humanistischer und religiöser Überzeugungen.
Die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen aus dem
Jahr 1948 ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen
Entwicklungsprozesses, in dem der Einzelne als zu schützendes
Individuum immer stärker in den Mittelpunkt trat.
Galt als Mensch zunächst nur der weiße (protestantische) Mann
wurde spätestens seit dem Ende des 2. Weltkriegs die
Notwendigkeit erkannt, jedem Menschen unabhängig von seiner
Rasse, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit oder seinem Geschlecht
diese unveräußerlichen Rechte zu garantieren.
Seit einiger Zeit werden wir jedoch mit sich weltweit
häufenden Meldungen von religiös motivierten Konflikten
und von intolerantem Verhalten Gläubiger unterschiedlichster
Religionen konfrontiert. Es ist immer wieder zu hören,
Menschenrechte seien eine Erfindung des Westens und im
Konfliktfall zwischen menschenrechtlichen und religiösen
Überzeugungen, gelten die religiösen Werte mehr.
Die Philosophin und Theologin Prof. Dr. Dr. Katharina Ceming
wird unter anderem der Frage nachgehen, was genau zum
Konflikt von menschenrechtlichen und religiösen Werten führt:
Was verbirgt sich hinter den sogenannten
religiösen Werten?
Welche Menschenbilder und Denkmuster
sind damit verbunden?
Und in welchem Menschenbild und Denksystem
gründen die Menschenrechte?
Eine Analyse der verschiedenen Religionen zeigt, dass neben
den verschiedenen Lehrgehalten die Interpretation dieser, die
entscheidende Rolle hinsichtlich einer positiven Bewertung
menschenrechtlicher Ideen spielt, denn jede Interpretation
ist mit einem ganz bestimmten Weltbild und Denksystem
verbunden.
Was passieren muss, dass Religionen zu einer positiven
Würdigung der Menschenrechte gelangen können, soll an
diesem Abend auch beleuchtet werden.
Das ist, was Andere über Menschenrechte denken:
“ ‚Freiheit von Angst‘ könnte die Zusammenfassung der Philosophie der Menschenrechte sein.“
Dag Hammarskjold
„Die Sprache der intrinsischen Menschenrechte repräsentiert einen signifikanten Fortschritt gegenüber der bisherigen Sprache der Weltreligionen in Hinsicht auf ihre Allumfassenheit und Zeitgemäßheit.“
Immanuel Wallerstein
„Wir haben gemerkt, dass Frieden um jeden Preis überhaupt kein Frieden ist. Wir haben gemerkt, dass Leben um jeden Preis, keinen Wert hat; das Leben nichts ist ohne Privilegien, ohne Stolz, ohne Recht, ohne die Freuden die das Leben lebenswert und schenkenswert machen. Und wir haben gemerkt, dass es etwas noch schrecklicheres gibt als Krieg oder Tod - und das ist, in Angst zu leben.“
Eve Curie
„Ein Recht ist nichts was Dir jemand gibt; es ist das was Dir niemand nehmen kann.“
Ramsey Clark
„Eine Ungerechtigkeit gegen nur einen, ist eine Bedrohung für alle.“
Montesquieu
„Toleranz und Menschenrechte bedingen einander.“
Simon Wiesenthal
„Die Menschenrechte sind ein universeller Standard. Sie sind ein Teil jeder Religion und jeder Zivilisation.“
Shirin Ebadi
Und was denken Sie? Diskutieren Sie mit!
Ein Street Philosophy Abend mit Prof. Dr. Dr. Katharina Ceming:
Get-Together um 19h, Beginn 20h, bei Literatur Moths in München.
Es besteht die Möglichkeit ab 19h auf eigene Kosten zu essen und zu trinken.
Von Eventbrite