Werte II

Auszüge aus dem Buch "Werte - Von Plato bis Pop" von Peter Pranger...

Fortsetzung von “Werte” – Auszüge aus dem Buch “Werte – Von Plato bis Pop” von Peter Pranger…

Peter Pranger promovierte mit einer Arbeit zur Philosophie und Sittengeschichte der Aufklärung. Der Durchbruch als Romanautor gelang ihm mit “Das Bernstein-Amulett”. Er schrieb außerdem eine Kulturgeschichte der europäischen Neuzeit in Gestalt von drei Romanen:
“Die Principessa”, “Die Philosophin” und “Die Rebellin“.

Die einleitenden Texte von Peter Pranger zu seinem Buch mögen vielleicht hie und da überholt oder nicht mehr zutreffend erscheinen. Seine Thesen sind aber nach wie vor gültig. Er möchte uns aufrütteln, damit wir uns auf unsere Europäische Werte besinnen, damit wir uns dessen mehr bewusst werden, wieviel Stärke wir gemeinsam haben. Er zeigt uns in seiner Anthologie, wie reich unsere westliche Kultur ist, wieviel wir ihr zu verdanken haben.

 

Alles was uns verbindet oder ein Kontinent in unserer Seele…

 

  1. EIN KONTINENT IN UNSERER SEELE

Europa bedeutet größter Vielfalt auf engstem Raum. Diese Erfahrung bestätigt uns nicht nur jede Urlaubsreise, sondern auch ein Blick in unseren Seelen: Alles was uns verbindet, sind unsere Gegensätze. Sie machen unsere Einmaligkeit aus, die uns von anderen Kulturen unterscheidet.

Wir Europäer sind immer zweierlei zugleich: Wir verkörpern eine Position und zur gleichen Zeit auch deren Gegenteil. Wir sind Gottessucher und Agnostiker, Hedonisten und Asketen, Selbstverwirklicher und Selbstverleugner – und finden uns auch noch normal. Wir preisen den Gleichheitsgrundsatz und verlangen nach Eliten. Wir bauen auf den Fortschritt und trauen ihm keinen Schritt über den Weg. Wir sind sexbesessen und triefen vor Nächstenliebe. Wir sind offen für das Fremde und provinziell bis zum Faschismus. Wir sind wirklichkeitsfremde Phantasten und knallharte Realisten. Und vor allem sind wir unendlich neugierig und zutiefst skeptisch in ein und derselben Person.

Dieses widerspruchsvolle Wesen begegnet uns auf Schritt und Tritt: in Deutschland und Luxemburg genauso wie in England und Frankreich, in Italien oder Dänemark, Rumänien oder Portugal. Vor allem aber begegnet es uns in der eigenen Wohnung: im eigenen Spiegel, am eigenen Arbeitsplatz, im eigenen Bett.

Wenn wir uns in Europa zu Hause fühlen, dann aus einem einfachen Grund: weil wir Europa in uns tragen, in unseren Herzen und Seelen und DNA-Ketten. In den trivialsten Lebensvollzügen – beim Frühstück, beim Fußball, beim Streit mit dem Lebenspartner – überall können wir dieses Europa in uns entdecken, und mit ihm den Europäer: in Gestalt des streitbaren Friedensapostels oder des intellektuellen Erotomanen, des arbeitswütigen Müßiggängers oder des toleranten Prinzipienreiters, je nach Tagesform. Denn was immer wir denken oder tun, was immer wir hoffen oder wünschen – überall ist der europäische Geist längst in uns am Werke. Seine Werte prägen uns und unser Verhalten wie die Gene unseres biologischen Erbguts.

 

(N.B.

Warum ich dieses Buch empfehle, warum ich es so genial finde, wird in den nächsten 2 Kapiteln deutlich. Das Buch spiegelt unsere europäische Seele wider und zeigt uns unsere gemeinsamen Werte in all den Kontrasten und Gegensätzen, die unsere Kultur ausmachen. Es tröstet uns und hilft uns, uns selbst zu verzeihen, wenn wir widersprüchlich, unlogisch, unsere Identität mal verleugnend, mal suchend unterwegs sind.

Julia Kalmund, Juni 2018)

 

  1. TERRA INCOGNITA

Warum verzweifeln wir so lustvoll am Rätsel der Liebe? Warum können wir nicht aufhören, nach dem Sinn des Lebens zu fragen? Warum müssen wir uns immer wieder quälen, um glücklich zu sein? Warum empfinden wir das Recht so oft als ungerecht? Warum suchen wir sogar als Atheisten nach Gott?

Warum wir wurden wie wir sind, erfahren wir in der Geschichte des europäischen Geistes: bei Plato und Stephen Hawking, bei Augustinus und Giacomo Casanova, bei Goethe und bei den Beatles. Ihren Zeugnissen gelten die Entdeckungsreisen dieses Buches: quer durch die Epochen und Nationen, quer durch Mythologie und Philosophie, Literatur, und Theologie, Folklore und Popkultur. Eine Expedition durch den abendländischen Wertekosmos und zweieinhalb Jahrtausende Ideengeschichte mit dem Ziel, uns mit jeder Etappe ein Stückchen weiter auf die eigene Pelle zu rücken.

Dabei haben wir natürlich alles falsch gemacht. Statt zwanzig Kapitel hätten es vielleicht auch fünfzehn oder fünfundzwanzig sein können. Auch die Gegensatzpaare selbst, mit denen wir die Kapitel strukturieren, hätten andere vermutlich anders gebildet. Und schließlich ist die Auswahl der Autoren und Texte, mit denen wir jedes Kapitel illustrieren, hoffnungslos subjektiv – von einzelnen Thesen und Interpretationen ganz zu schweigen.

Aber gehört Subjektivität nicht zu den genuin europäischen Werten? Zumindest dann, wenn sie sich, in Gestalt von These und Antithese, und größtmögliche Objektivität bemüht?

 

  1. RAUS AUS DER UNEIGENTLICHKEIT!

Dieses Buch ist Reiseführer und Lesebuch zugleich, eine Sammlung von Essays und eine Anthologie, die herausragende Zeugnisse der europäischen Geistesgeschichte in sich vereint. Sie geben und die Möglichkeit, unsere Werte du deren Bedeutung für unser Leben zu überprüfen.

Was sind unsere besonderen Werte? Was und wieviel sind diese Werte uns wert? Sind wir bereit, für ihren Bestand und Erhalt Steuern zu bezahlen? Unsere Freizeit zu opfern? Unsere Partner zu wechseln? Hohn und Spott zu ertragen? Auf materille Vorteil zu verzichten? In den Krieg zu ziehen? Unser Leben einzusetzen?

Ein Wesensmerkmal der europäischen Kultur ist ihre Offenheit für andere Kulturen. Wenn wir diese Offenheit verlieren, verlieren wir zugleich ein Stück unserer Identität. Doch müssen wir uns darum selbst verleugnen? Bei allen Vorzügen, die unsere Offenheit bietet, hat sie in einer Art sprachlicher Subkultur, zu einem fragwürdigen Jargon der Uneigentlichkeit geführt. Zu „eigentlichen“ Bekenntnissen ringen wir uns höchstens noch durch, wenn es um Antisemitismus oder Kinderpornografie geht – andere Bekenntnisse empfinden wir als lächerlich oder peinlich. Aber verdient auch unsere Kultur ein Bekenntnis?

Europa ist mehr als eine Vereinigung von Ländern und Organisationen. Europa ist ein Wertekosmos, eine bestimmte, in Jahrtausenden erprobte Art und Weise, die Welt zu begreifen und zu verändern – in Richtung auf ein Leben, das den Menschen als Alpha und Omega begreift, als Ausgang und Ziel allen Denkens und Handelns. Ein System von Werten, die das Leben nach unserem Empfinden erst wirklich lebenswert macht.

Dieser Kultur können wir vielleicht nur treu bleiben, indem wir gelegentlich über ihren Schatten springen. Ja, wir bekennen uns zum Menschenrecht auf Freiheit – aber müssen wir darum wild gewordenen Cowboys die Steigbügel halten, wenn sie zu transatlantischen Kreuzzügen in den Orient aufbrechen, anstatt auf die Überzeugungskraft des Wortes setzen? Ja, wir bekennen uns zu Toleranz – aber dürfen wir darum Intoleranz tolerieren, wenn Vertreter anderer Kulturen sie in unsere Kultur hineintragen wollen? Ja, wir bekennen uns zum Reichtum spiritueller Erfahrungen – aber müssen wir darum jeden esoterischen Unsinn mitmachen, der irgendwo auf Gottes weiter Welt gepredigt wird?

Darum raus aus der Uneigentlichkeit! Haben wir den Mut, uns zu unseren eigenen Werten zu bekennen! Nicht, um eine europäische Leitkultur zu etablieren, sondern um unsere eigene Kultur im Zeichen der Globalisierung einem globalen Wettbewerb auszusetzen: einem Wettbewerb von Ideen und Lebensformen, der den Vergleich mit anderen Kulturen nicht scheut, sondern fördert, einem Wettbewerb, der Vielfalt und Identität gleichermaßen ermöglicht und erlaubt.

“Um die Wette leben”, so lautet die Empfehlung eines berühmten europäischen Dichters an die Kulturen dieser Welt. – Wer dieser Dichter war? Wer ihn sucht, wird ihn in diesem Buch finden.

Peter Pranger, Tübingen, Ostern 2006

 

Auszüge aus dem Buch “Werte – Von Plato bis Pop” von Peter Pranger…

[…] Im Nachgang zur Ethik Konferenz Beyond Good, hatte ich einen Blogbeitrag geschrieben um meinen persönlichen Eindruck zu schildern. Diesen finden Sie hier. […]

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[…] Durch die richtige Ausrichtung des Geistes mehr Gelassenheit und Freiheit zu erfahren, ist das was man durch die stoische Philosophie erlernen kann. Die passende Buchempfehlung finden Sie hier. […]

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Rezension von Michael Nowak, 23.6.18: Quantenphilosophie und Spiritualität: Wie unser Wille Gesundheit und Wohlbefinden steuert, 20. Februar 2017, von Ulrich Warnke Der Titel und der berufliche Werdegang Warnkes hatten mich auf das Buch neugierig gemacht. Ich mache es kurz: Warnke zeigt in dem Buch sein umfangreiches Wissen in den Bereichen Biologie, Physik und Psychologie. Er versucht mit dem Buch die Beeinflussung von Materie durch den Willen zu belegen. Seine Deutungen sind dabei hochspekulativ. Seine Begründungen sind methodisch fraglich. Analogien sind keine Argumente und Zitate berühmter Autoren können unterhaltsam sein und zum Denken anregen; sie begründen aber nichts. Das Zitieren von Studienergebnissen belegt auch nichts, wenn man diese nicht kritisch hinterfragt und differenziert betrachtet. Alternative Erklärungen werden nicht aufgeführt oder thematisiert. Abweichende Untersuchungen werden nicht zitiert. Das wäre für den Rezipienten zur Meinungsbildung und Bewertung hilfreich gewesen. Dafür greift Warnke tief in die Esoterik-Kiste und ordnet alles von der Reinkarnation, über Nahtoderlebnisse bis hin zur schwarzen Materie einem universellen Bewusstsein zu. Das Buch wird weder philosophischen Ansprüchen nach einer klaren Begrifflichkeit und logischen Argumentation noch wissenschaftlichen Ansprüchen nach einer kritischen Beleuchtung der empirischen Forschung mit Diskussion, wie die spekulativen Thesen überprüft werden können, gerecht. Nach der Lektüre bin ich mir nicht sicher ob ich mehr enttäuscht oder mehr verärgert bin. Fazit: Das Buch kann ich nicht empfehlen. Allen, die das Buch dennoch lesen, empfehle ich kritisch zu bleiben.

[…] Möchten Sie noch mehr zu Faust erfahren? Lesen hier den Blogbeitrag Faust und Philosophie! […]

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[…] Jay Shetty’s Video, then I’m sure you will like my thoughts! Also do take the time to read and re-read the wise words by Carl […]

[…] Bildungskonferenz Beyond Knowledge am 19. Oktober 2017 im Literaturhaus in München. Erfahren Sie hier […]

[…] not miss my blog-post titled Too much noise. If you like Jay Shetty’s Video, then I’m sure you will like my thoughts! Also do take […]

[…] ihrem Blogbeitrag Pretty Wise – unsere Philosophie für wahre Schönheit – setzt sich Nina Schmid genau aus diesem […]

Danke, lieber Michael! Auch Julia und mir spricht der Text aus der Seele. Herzliche Grüße, Nina

Wunderbar, das spricht mir aus der Seele. Heimat ist das Vertraute, Persönliche und Individuelle. Eine die Heimat gibt es allerdings nicht.

[…] Sie mehr über die Intention das eigene Ich zu Formen, in dem Blogbeitrag “A life of intentionality” von Nina […]

[…] Sie im Kontext des Internationalen Frauentages doch den Beitrag von Nina Schmid zum Thema Feminismus! Wir freuen uns über Ihre […]

[…] Sie nicht unseren Blogbeitrag Macht der Vergebung und das dazugehörige Video. […]

[…] hat Nina Schmid im Dezember 2017 Fragen zum Thema “Angst” gestellt. Lesen Sie hier das gesamte […]

[…] Kennen Sie bereits unsere Serie “Philo und Sophia”? “Liebe” und “Weisheit” im Gespräch. Hier finden Sie aus dieser Serie einen Beitrag über Das Auge und hier zum Thema Vorbilder. […]

[…] Erinnern Sie sich noch an unsere Empfehlung des TED-Talks von Julian Treasure? Er sagt: “I believe that every human being needs to listen consciously in order to live fully – connected in space and in time to the physical world around us, connected in understanding to each other, not to mention spiritually connected, because every spiritual path I know of has listening and contemplation at its heart.” Wenn Sie der TED-Talk interessiert, dann folgen Sie diesem Link. […]

Liebe Julia, danke für diesen wunderbaren Artikel. Du schreibst in Deinem wundervollen Stil genau das, was ich fühle. Danke Dir von ganzem Herzen für diese Verbindung. Liebe Glitzergrüsse aus Nürnberg Iris Schuster

[…] lesen Sie vor allem anderen erstmal den Blog zum Thema Quantenphilosophie und Spiritualität von Julia Kalmund und nähern Sie sich so den Büchern von Ulrich […]

[…] “Die Referenten haben mich in die Lage versetzt die Dinge für einen Moment von einer höheren Ebene aus zu betrachten… Die Beleuchtung der Komplexität in allen Themenbereichen, und der Einblick in die Reichweite der Folgen unseres täglichen Tuns, bringen mich insofern weiter, dass sie mir noch mehr Achtsamkeit im Alltag ans Herz legen. Wir fällen so oft so schnell Urteile und wünschen uns so sehr einfache schnelle Lösungen zu finden, dass dies droht Teil des Problems zu werden.”, schrieb ich im November 2017 im Nachgang zu unserer Ethik-Konferenz. Auch hier ging es mir um den Blick von oben… Den Beitrag in voller Länge finden Sie hier.  […]

[…] in seiner Rede Das hier ist Wasser. Auch hier geht es letztendlich um das Thema Wahrheit. Lesen Sie mehr […]

[…] Angst […]

[…] Sie den Blogbeitrag Aus Alt mach Neu von Julia Kalmund, um noch über das Thema Jahreswechsel zu […]

[…] Sie einen Auszug lesen möchten, dann finden Sie diesen hier. Doch ein kleiner Hinweis: Die Haptik und die Optik spielen für die meisten von uns Menschen eine […]

Von Herzen gerne! Liebste Grüße zurück - und Danke für die Rückmeldung/den Kommentar. Das schätze ich sehr! Nina

Fantastisch! Ein Feuerwerk an klugen, witzigen und "very handsome" Inspirationen. Danke dafür! Herzgruss, Cornelia

Sehr schön gesagt, lieber Michael! Danke!

Wenn man alles hat, hat man nichts! Denn es gibt keinen Unterschied mehr, alles ist gleich verfügbar. Ich würde mir Folgendes wünschen: Neues erfahren, auch Mal gefordert werden und dabei das Leben zu meistern.

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!" Erich Kästner

Liebe Julia Kalmund, die Zeitschiene ist wie ein roter Faden im Leben. Und Orientierung ist schließlich eines unserer großen Grundbedürfnisse. Sie ist, so meine ich, allerdings auch ein großer Hemmschuh. Nämlich dafür, das Jetzt&Hier zu spüren und zu leben. Wir denken rückwärts und agieren vorwärts, verstandgetrieben. Unseren inneren Kern erleben wir nur im Hier&Jetzt, der nur dann in der äußeren Welt einen Nutzen erweist. Das macht sich als "Sinn" in unserem Begreifen deutlich. So sehe ich das jedenfalls. Noch etwas: Woher wissen wir, dass es nur diese eine Zeitschiene gibt? Nicht verschiedene Parallelzustände etwa? Quantentheoretiker haben höchst inspirierende und befreiende Ideen dazu. Gerade neulich sprach ich mit einem darüber. Jedenfalls - am liebsten ist mir eine dichte, lebendige Augenblicksqualität. Ich arbeite daran, immer öfter sogar erfolgreich:-). Herzlich, Cornelia Katinka Lütge

Ich finde es sehr gut und richtig den Blick weg von der Schuld und hin zur Verantwortung zu lenken. Genauer noch: zur Selbstverantwortung! Die Ursachenforschung im Zusammenhang mit den Geschehnissen in HH dürfte weit greifen: Politik auf Bundes- bzw. städtischer Ebene, Weltpolitik, Sicherheit, Gruppierungen, Einzelne. Wer hat wo und aus welchem Grund die Verantwortung für das eigene Handeln aus den Augen verloren, die Auswirkungen auf Andere billigend in Kauf genommen, opportunistisch entschieden? Die Fragen sind mindestens so komplex und miteinander verwoben wie deren Antworten. Ich wäre sehr enttäuscht, wenn die Rufe nach Rücktritt Erfolg hätten. Es geht nun um tiefe und breite Reflexion, verantwortungsvolle Schlüsse und Entscheidungen für akute sowie chronische Notwendigkeiten: Wie werden Geschädigte entschädigt? Wie verbessern wir unseren Bildungsauftrag? Was müssen Experten dazu lernen usf. Und den offenen Dialog damit mit den BürgerInnen unserer verletzten Stadt. Einzig, in dieser schnellebigen Zeit, beschäftigt der Alltag und nachfolgende Erlebnisse, die das Gras rascher wachsen lassen. Ich bin gespannt, liebe Nina, was wir dazu noch erfahren werden. In meinem Dunstkreis jedenfalls ist G20 in HH bislang noch täglich Thema...

"Wir wollen eine uns eigene Existenz aufbauen, tun aber wahrscheinlich gut daran den Männer ihre Männlichkeit nicht zu nehmen. Denn das ist eine Frage der Würde." Wirklich nett! Ich finde es in diesen Debatten immer wieder schlimm wie eindimensional über Männer abgeurteilt wird. Als könnte man als Mann kein harter Kerl sein und gleichzeitig auch weiche und sanfte Züge haben. Überhaupt dieses ganze Gerede über Männer, als wären wir alle gefühlose Grobiane, die jetzt durch den Feminismus das erste Mal die Chance haben, sowas wie Gefühle kennen zu lernen. Da sieht man nur, dass viele der bestehenden Stereotype nicht nur jahrelang von uns Männern getragen wurden sondern mindestens genau so massiv von Frauen weitergereicht wurden. Und ich will hier kein Derailing betreiben. (Vielleicht mache ich es ohne es zu merken, ich sollte mir da kritischer gegenüber sein.) Sehr viel von dem Mist zwischen den Geschlechtern geht zweifelslos von Männern aus, aber manchmal hat man das Gefühl, die Frauen würden die Probleme überall suchen, und finden, nur nicht in ihrem eigenen Verhalten, zu sich selbst und zueinander.

Vielleicht ist das mit dem Feminismus wie mit dem Geld: Der schlechte Ruf eilt voraus. Und womöglich ist der sogar gewollt, denn da steckt ja viel MACHT drin. Nicht nur im Geld. Auch im Feminismus und der potentiellen Wirkung, dass Frauen wirklich gleichberechtigt - auch finanziell - sind. Mein Verstand kann verstehen, dass viele diesen Zustand fürchten und die Wirtschaft losrechnet, wie man diese diese Fairness und Gehaltserhöhung für Frauen leisten kann. Doch ganz ehrlich und von Herzen: wie viel lebenswerter ist die Welt und auch das Geld und jede partnerschaftliche Beziehung, wenn einfach mal die Ausbeutung qualifizierter Frauen und Mütter nicht mehr gegeben ist? Vielleicht kann ich das als Geldcoach nur anders herum sehen: Für mich ist Feminismus ein Thema für die Männer. Ich habe viele begleitet, die in Scheidungen vieles oder alles verloren haben oder gar Schulden machen mussten. Wenn Frauen nahtlos gut und gleichberechtigt jederzeit Geld verdienen, wäre das in dem Maße ja nicht mehr der Fall. Leider waren wir bisher noch nicht in der Lage die Vielzahl an Einzelfällen als kollektives Problem zu lösen. Indem wir uns nicht mehr nur direkt für die eigenen Interessen einsetzen, sondern auch für diejenigen, deren Kräfte wir benötigen und wertschätzen: Dann engagieren sich Männer für Frauen und Rentner wählen für die Interessen der nicht wahlberechtigten Kinder und Jugendlichen.

Vielen Dank für diese Worte! Herzliche Grüße!

Volle Zustimmung! Lasst uns im Kontakt mit unserem Sehnen an positiven Visionen arbeiten!

Sehr gerne! Auch wir finden, dass es wichtig ist zu verstehen, dass es immer noch ein sehr aktuelles Thema ist das uns alle angeht und angehen muss. Jung und alt, männlich und weiblich. Es hat mich sehr nachdenklich und auch traurig gestimmt, als Angela Merkel vor gar nicht langer Zeit bei dem G20 Frauengipfel sagte, sie würde sich nicht als Feministin fühlen. Feministin zu sein, bedeutet wirklich nur dafür einzustehen, dass alle dieselben Rechte genießen. Also: We should all be feminists! Herzliche Grüße, Nina

Emma Watsons Rede rührt mich immer wieder zu Tränen! Und ich merke: Ich werde sehr ungeduldig, absolut ungnädig und immer kämpferischer. Meine beiden Töchter und all die anderen tollen Mädchen da draußen sollen keine Grenzen erfahren. Weil sie weiblich sind! Danke für diesen Beitrag!

Liebe Cornelia, vielen Dank für die Anregung! Das wissen wir wirklich sehr zu schätzen. Und ja! Unbedingt sehr gerne bald etwas zu Fehler und Lernen.... Liebste Grüße, Nina

Das Verzwickte ist: Hat ein Unternehmen das Neue, das die GenY mitbringt, eingeschwungen, kann essogleich mit der GenZ weitermachen. Die nämlich, so heißt es, haben wieder ganz andere Vorstellungen. Es wird sich also etwas Prozesshaftes etablieren, fast fluide. Deswegen müssen wir uns auf agiles Arbeiten einlassen und eine neue Fehler- und Lernkultur zulassen. Schreibt ihr etwas über Fehler und das Lernen, bitte? Es hängt so viel daran. Herzlich, Cornelia

Danke, lieber Dominik!

Liebe Cornelia, sehr, sehr gerne! Vielen lieben Dank, dass Du uns zu unseren Blogbeiträgen schreibst! Das ist sehr wertvoll für uns. Herzlichst, Nina

Oh, wow! "Die Liebe hört niemals auf. – Korinther" - der Taufspruch für meine Töchter. Danke für diese wunderbare Auswahl so schöner Aussagen zur Liebe!

Sehr schöner Beitrag! - Und ich hab den passenden Song dazu geschrieben :-)) https://youtu.be/6bfmYY-bEHQ Alles LIEBE - Dominik

Liebe Cornelia, Du weisst wie glücklich und dankbar mich Deine Worte machen und ich freue mich sehr, dass wir uns gefunden haben. Herzlichst und bis hoffentlich ganz bald, Nina

Liebe Elke, es würde mich natürlich riesig freuen, wenn mein kleines Buch seinen Weg auch in Deine Hände und in Dein Herz finden würde. Ich wünsche auf jeden Fall einen wunderbaren Urlaub und freue mich sehr, dass wir durch Street Philosophy Cornelia 'gefunden' haben und dadurch auch den ohfamoosen Blog. Sehr herzliche Grüße, Nina

Wow, das freut mich sehr, dass dieser so wunderbare Beitrag auch hier zu lesen ist. Denn Cornelia hat ein sehr feines Gespür für das Gute dieser Welt – ich merke, bald muss ich dieses Werk auch lesen – und da bald Urlaub ist, bin ich hier auch guter, nein: bester Dinge :-)

Liebe Nina! Dein Buch hat einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal und ich habe es schon mehrfach empfohlen, davon erzählt. Dass meine Sicht auf dein Werk nun einen Platz in deinem "read and reflect" hat, erfreut mich an diesem sonnig-stürmischen Morgen. Liebstgruss, Cornelia