Tiere denken

Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen

In seinem aktuellen Buch Tiere denken: Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen schreibt der Philosoph Richard David Precht: „Dieses Buch handelt nicht von denkenden Tieren, sondern nur von einem einzigen denkenden Tier – dem Menschen. Es handelt von der Schwierigkeit, die dieses denkende Tier hat, wenn es sich eine Vorstellung vom Innenleben anderer Tiere macht. Und davon, wie schwer wir uns im Nachdenken und Handeln tun, anderen Tieren gerecht zu werden. Diese Frage ist so etwas wie mein Lebensthema. Tiere haben mich schon immer fasziniert.“

Und er schreibt weiter: „In den westlichen Industrienationen steigt die Sensibilität im Umgang mit Tieren unaufhaltsam an, insbesondere bei jungen Frauen. Doch diese Haltung hat zugleich etwas sehr Privates. Schönheit, Fitness, Gesundheit und Tierliebe sind meist auf einen Nahhorizont beschränkt. Waren der Kampf für Tierrechte und die vegane Ernährung früher fast untrennbar miteinander verbunden gewesen, so hat sich das eine heute vom anderen gelöst. In Westeuropa gibt es inzwischen mehr Massentierhaltung, mehr Legebatterien und mehr industrielles Tierelend als je zuvor. Gut versteckt vor der Öffentlichkeit, arbeitet diese Maschinerie, trotz gelegentlichen Protesten, heftiger denn je. Noch nie war die Kluft so groß, die das, was Menschen im Umgang mit Tieren für richtig halten, und das, was tatsächlich praktiziert wird, voneinander trennt. Solange wir unsere Ernährung und unser persönliches Verhältnis zu Tieren als Privatsache auffassen, so lange wird die millionenfache Grausamkeit gegen Tiere weiterhin gesellschaftlich akzeptiert.“

Wie sollen wir mit Tieren umgehen? Wir lieben und wir hassen, wir verzärteln und wir essen sie. Doch ist unser Umgang mit Tieren richtig und moralisch vertretbar? Richard David Precht untersucht mit Scharfsinn, Witz und Kenntnisreichtum quer durch alle Disziplinen die Strukturen unserer Denkmodelle. Ist der Mensch nicht auch ein Tier – und was trennt ihn dann von anderen Tieren? Welche Konsequenzen hat das für uns? Precht schlägt einen großen Bogen der Evolution der Verhaltensforschung über Religion und Philosophie bis hin zu Rechtsprechung und zu unserem Verhalten im Alltag.

Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.
Seine Bücher wie Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?, Liebe – Ein unordentliches Gefühl und Die Kunst, kein Egoist zu sein sind internationale Bestseller und wurden in insgesamt 40 Sprachen übersetzt. Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung Precht im ZDF.

 

Nina Schmid, Oktober 2017

Wir freuen uns sehr auf den Vortrag von Richard David Precht zum Thema „Tier-Ethik“ bei unserer Ethik-Konferenz Beyond Good am 9. November 2017 im Literaturhaus in München.
Tickets erhalten Sie hier.
Bei der Abendveranstaltung, die gratis im Ticketpreis enthalten ist, haben Sie die Möglichkeit sich direkt mit den Referenten auszutauschen. Verpassen Sie nicht diese Gelegenheit!

 

 

 

Art by @sarashakeel