Die Masken

Lasst sie fallen!

Bald ist es wieder soweit – Fasching und Karneval werden vielerorts gefeiert. Wir verkleiden uns, verstecken uns hinter einer angenommenen Identität aus Geschichte, den Künsten, Film und Fernsehen. Wir verhüllen uns und verwandeln uns…

Eine Maske erlaubt uns in eine andere Rolle zu schlüpfen. Wir müssen nicht auf der Bühne oder hinter der Kamera stehen und doch können wir, gewissermaßen geschützt, zu einer anderen Person werden. Wir können täuschen und vortäuschen, wir können etwas ausleben, das in uns steckt und einmal ausgelebt werden möchte.

Masken sind schon seit Jahrtausenden Bestandteil von Ritualen um Schutzgottheiten anzurufen und böse Geister abzuschrecken. Sie dienten bei Urvölkern zur Integration in der Gruppe, zur Erziehung und Ausübung der Macht, zur Kommunikation mit Ahnen und Naturgeistern.

Maskiert sind wir alle gleich. Schon in der Antike galt das Gleichheitsprinzip. Es gibt eine altbabylonische Inschrift: „Kein Getreide wird an diesen Tagen gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet.“ – 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung.

Wenn wir es aber recht bedenken, dann tragen wir oft auch im Alltag Masken, wenn auch nur symbolisch. Wir nehmen eine andere Identität an. Wir machen uns selbst und anderen etwas vor. Wir sind gespalten; zwar nicht im klinischen Sinne, aber wir mutieren doch tagtäglich zu einer anderen Persönlichkeit. Wir spielen Rollen und merken es nicht. Wir nehmen uns in unserer Gedankenwelt anders wahr, als wie wir uns nach Außen präsentieren. Wir malen uns ein Bild, so wie wir es gerne hätten, dass andere uns sehen. Wir möchten ja gesehen werden und wir brauchen Aufmerksamkeit.

Aber welches “Ich” soll das sein, das gesehen wird? Es ist anstrengend wenn unser Innerstes und unser Äußeres nicht im Einklang sind. Wir spielen permanent auf der Bühne des Lebens. Irgendwann müssen wir uns fragen, ob sich das lohnt.

Was wollen wir vom Leben? Wer wollen wir sein? Wer ist dieses “Ich”? Welche Masken und welche Rollen können wir getrost verabschieden, um den Weg wieder zu uns selbst zu finden? Welche Möglichkeiten haben wir?

Die Philosophie beschäftigt sich seit jeher mit diesen Gedanken. Sie schaut hinter die Kulissen und ermöglicht uns durch Hinterfragen zu unserem Kern und zum Kern des Wesentlichen zu gelangen. Es ist sicher bequemer in einer Welt von Illusionen und hinter Masken zu leben. Es ist aber sicher lohnender mit uns selbst im Einklang zu sein.

 

Julia Kalmund, Februar 2018

 

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Vielleicht kann Ihnen das ein guter Wegweiser dabei sein, immer mehr mit sich selbst in Einklang zu gelangen.

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Haben Sie schon gesehen, dass unsere Blogbeiträge jetzt viel übersichtlicher sind?
“Browsen” Sie doch durch unsere verschiedenen Beiträge und lassen sich immer wieder neu dazu inspirieren innezuhalten und nachzudenken.

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