Gedanken

nur flüchtige Gedanken...

„Sandkörner machen den Berg, Minuten das Jahr, flüchtige Gedanken ewige Taten. Haltet nichts für Kleinigkeiten!“ – mahnte Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere, ein enger Freund Immanuel Kants.

Und Buddha wusste: „Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken.“

Gedanken, so flüchtig sie auch erscheinen mögen, formen uns und wir damit die Welt. Zu oft entstehen – schneller als es uns lieb oder bewusst ist – negative Gedanken. Zum Teil ein echter Teufelskreis, denn aus diesen negativen Gedanken entstehen Launen und Gewohnheiten, aus den negativen Gedanken bildet sich eine Weltsicht. Negative Nachrichten und bewusst geschürte Ängste halten uns gerne in diesem Teufelskreis fest. Unserem Gehirn gefällt das meist ganz wunderbar, denn es kann so auf Sparflamme laufen, neuen Situationen mit bekannten Ängsten begegnen und uns da festhalten wo es sich auskennt.

Die Dinge anders zu betrachten, Möglichkeiten zu entdecken und daran zu glauben, dass Träume wahr werden können, bedeutet in den meisten Fällen einen Aufwand für unser Gehirn.

„Einen eingeschlagenen Nagel treibt ein neuer Nagel wieder heraus; so verdrängt ein neuer Gedanken den früheren, wenn der Geist sich anders einstellt“, schrieb der französische Philosoph Pierre Abélard. Wenn wir unsere automatischen negativen Gedanken immer und immer wieder mit positiven Ideen, Gefühlen und Möglichkeiten überschreiben, dann gewöhnt sich unser Geist mit der Zeit daran, automatisch positive Gedanken zu produzieren. Diese Verknüpfungen im Gehirn sind dann stärker als die negativen Assoziationen und können somit mit weniger Aufwand hervorgerufen werden. Positiv zu denken, Möglichkeiten zu erkennen, wird so zu einer Gewohnheit.

„Es ist so leicht, unwillkommene und unliebsame Gedanken zurückzuweisen und schon hat man seine Ruhe wieder“, meinte der römische Kaiser und Philosoph Marcus Aurelius. Ist es wirklich so leicht? Wie können wir es schaffen unser Gehirn dahingehend neu zu Kalibrieren?

Der Schlüssel liegt in mehr Bewusstheit. Wir müssen unseren Gedanken volle Aufmerksamkeit zukommen lassen, in jedem Moment feststellen wo unsere Gedanken gerade hinwandern, welchen Schleifen sie unbewusst folgen und prüfen, ob diese Gedankenrichtung uns im Leben weiterbringt. Was denke ich in diesem Moment? Wie fühle ich mich gerade? Wie fühlen sich diese Gedanken in meinem Körper an? Was macht das mit meinem Herzen? Was denke ich in diesem Moment? Was denke ich in diesem Moment?

„Nichts ist freier als die Gedanken des Menschen“, wusste der schottische Philosoph David Hume und William Shakespeare sprach: „Mach Deine Gedanken nicht zu Deinem Gefängnis“. Unsere Gedanken sind frei von den äußeren Umständen und gleichzeitig haben unsere Gedanken eine starke Macht. Wir müssen achtsam sein, dass wir die Macht über unsere Gedanken behalten und ihnen nicht erlauben unser Leben zu bestimmen. Daher die Wichtigkeit der Bewusstmachung. Anschließend folgt die Entscheidung die Gedanken selbst neu zu wählen, neu zu bestimmen. Dies können wir in jedem Moment. Sobald sie uns bewusst sind, sobald wir sie uns bewusst gemacht haben, können wir sie verändern, können wir ihre Ausrichtung neu und frei bestimmen.

Was wäre das Gegenteil des negativen Gedankens? Wie kann ich die Situation noch betrachten? Was kann ich selbst dazu beitragen, damit ein positives Ergebnis folgt?

Auch Handlungen helfen die Negativschleifen zu durchbrechen. Handlungen haben einen starken Einfluss auf unsere Gedankenwelt. Etwas zu unternehmen oder auch nur kurz etwas kleines zu tun was uns Freude bereitet, hat oft eine enorm positive Auswirkung auf unsere Stimmung.

„An unseren Gedanken leiden wir mehr, als an den Tatsachen“, wusste Seneca bereits vor 2.000 Jahren. Es gibt so vieles wofür wir dankbar sein können, so viel wunderbares in unserem Leben. Wenn wir uns diese Tatsache öfters bewusst machen, dann färben sich unsere Gedanken automatisch positiv, unsere Mundwinkel heben sich, unsere Herzen öffnen sich und wir machen unser eigenes Leben und die Welt um uns herum ein ganzes Stück besser.

 

Nina Schmid, September 2017

 

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