Konzeptuell, ephemer und nicht abgeschlossen

15. September 2017, 19h, München

15. SEPTEMBER 2017 – 19h – MÜNCHEN

Seine Werke bezeichnet der in Teheran geborene und in Toronto lebende Künstler Abbas Akhavan als Studien (studies) oder als Variationen (variations), um sie als konzeptuell, ephemer und nicht abgeschlossen zu charakterisieren. Es sind Möglichkeiten einer Erscheinung. Meist geht er von ortsspezifischen Bedingungen aus und bezieht diese auf gesellschaftliche Phänomene unserer Zeit. Krieg und Zerstörung, Unsicherheit und Verwirrung viualisiert er in Objekten, die sich auf die Natur und die Elemente beziehen: Pflanzen, Tiere, Erde, Wasser oder Feuer werden zu elementaren Gestaltungseinheiten, die sich stellvertretend in poetischer Weise auf soziologische Beobachtungen beziehen.

Seine »Intervention Study for a Blue Shield« verweist auf das Kulturgutgesetz, das schützenswerte Gebäude mit einem blauen Schild auszeichnet. Auch die Villa Stuck trägt dieses Schild an der Fassade. Akhavan setzt ein vergrößertes Schild nun in den Innenraum und schneidet es aus der Wand aus. Grenzen zwischen Innen und Außen werden verschoben. Da das Schild auf einen Balkon der Villa Stuck gestellt wird, ist es aus der Luft sichtbar. Das Blaue Schild wird somit zur Zielscheibe. Die Zerstörung von Kulturdenkmälern in Syrien wird bei dieser Arbeit physisch spürbar. Die Aufhebung von Innen- und Außenraum – durch das Eindringen der Natur in einen geschlossenen Raum – geht in Akhavans Praxis einher mit Fragen nach Geborgenheit und Feindseligkeit. Akhavan gelingt es, in seinen fragilen Werken verschiedene Bedeutungsebenen zu schichten, die sich erst auf den zweiten Blick erschließen. Sie werfen Fragen auf, die sich mit gesellschaftlichen Strukturen, Vergänglichkeit und Wertvorstellungen beschäftigen.

 

Am 15. September 2017 haben die Teilnehmer im Anschluss an die Dialogführung der Kunsthistorikerin und Kuratorin Laura Sánchez Serrano, Gelegenheit selbst aktiv zu werden. Durch das, was sie bei der Führung erlebt und erfahren haben, können sie die Inhalte unter der Anleitung von Dr. Ariane Hagl, selbst Künstlerin und Psychologin, reflektieren.

Der Dialog während der Führung und die Fragen und Erkenntnisse während des Workshops sind eine philosophische Annäherung an die Themen und Fragen die der Künstler Abbas Akhavan in seinen Arbeiten aufgreift.

Dies ist eine Kooperation von Museum Villa Stuck und Street Philosophy im Rahmen des Friday Late. Mehr Information in Kürze.

 

Art by @Abbas Akhavan